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Klühklich

Soooooooooo, endlich hat sich das mit meiner Miete geklärt. Ich bekomme die Miete gezahlt. Ich war in der Rechnungsabteilung und habe da nochmel nachgefragt. Die Leiterin, mit der ich vorher sprach, war nämlich mal ein wenig kooperativ und hat, was ich noch nie erlebt habe hier, flexibel reagiert. Sie hat sogar zu meinem Erstaunen SOFORT eine email an mich und meinen Vorgesetzten geschrieben in der sie sagte, wie es läuft. Ich brauche jetzt keine Rechnung mehr, eine Bestätigung der Bezahlung meiner Miete reicht aus. Die muss ich auf einem bestimmten TÜV Formular bestätigen lassen, was ich natürlich auch erst auf Nachfragen erfahren habe, so etwas gleich zu erklären war dann doch nicht drin. Und mein Vorgesetzter muss das bestätigen. Er muss also bestätigen, dass ich die Miete gezahlt habe. Verrücktes China. Aber kann ich verstehen, an jeder Ecke wird versucht, den Laowai, also Ausländer, über den Tisch zu ziehen. Könnte der Laowai ja auch mal probieren. So hat sich das jetzt alles eingerenkt.
Ich hatte ja ganz vergessen, mehr von meinem Trip nach Huangshan zu erzählen.
Wir waren also auf demHuangshan, haben da ne kalte und nicht so ruhige Nacht verbracht und sind dann zum Sonnenaufgang aufgestanden und haben Fotos gemacht. Danach sind wir abgestiegen...hier ein paar Impressionen:







Das Wetter war wirklich hervorragend und der Abstieg war anstrengend, da dabei ja, was jeder Hobbyabstiegler weiß, die Knie mehr belastet werden und wir ja auch schwere Rucksäcke dabei hatten. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht, zumal wir ja dann um 6.30 Uhr losliefen, also der ganze Tag noch vor uns lag. Zwischendurch haben wir dann mal Pause an einem anderen Gipfel gemacht, so nach 3 Stunden wandern. Zur Stärkung eine kleine Tütensuppe, für die uns, wohlgemerkt, nur fürs heisse Wasser, die Suppe hatten wir ja selbst hochgeschleppt, fünf Kuai abgezockt wurden.

Egal, wir hatten ja die Übernachtung gespart und waren froh über was zu essen. Danach gings weiter, aber nicht im wahrsten Sinne des Wortes, da ja, wie schon angemerkt, Feiertag war und wir uns schon gewundert hatten, wo denn eigentlich die Massen an Leuten seien, aber wir sollte eines besseren belehrt werden. Kaum um die nächste Ecke gebogen, lief uns der Angstschweiß herunter. Wir dachten erst, mein Gott, warum gehts denn hier nicht vorwärts und drängelten uns ein wenig an den Leuten über Bänke und Tische vorbei. Bis wir feststellten,dass dies die Warteschlange ist!

Wir hatten uns also einzureihen und mit dem Strom zu laufen, und als wir etwas von 6km Stau hörten dachten wir noch, kann nicht sein, vergiss es. Tja, falsch gedacht. Die Menschen haben alle angestanden,um auf einen bestimmten Gipfel zu klettern, von dem die Aussicht besonders toll ist. Wir sind dann dort nicht hin, erstens weil wir bis dahin noch drei Stunden anstanden und zweitens man eine in den Stein geschlagenen Leiter hätte hochsteigen müssen,was noch einmal eine Stunde gedauert hätte. Weil man nämlich aufgrund der Breite der Leiter die Geschwindigkeit des Vordermanns klettern muss und die meisten Chinesen nicht die schnellsten sind. Es war an diesem Tag wirklich die Hölle los. Ich hab den Tag den „ Lemmingtag“ genannt.

Insgesamt haben wir dann für ca. 1.5 km  vier Stunden gebraucht. Und was mich persönlich am meisten aufgeregt hat, war wieder diese unmögliche Unfreundlichkeit. Die Wölfe waren plötzlich wieder da. Auch wenn es wirklich absehbar war, dass niemand wirklich Boden gutmachen würde,wurde gedrängelt und geschubst und Boden gut zu machen versucht, was die Menschenschlange hergab. Da wurden Kleinkinder in eine Reihe nach vorne geschoben, um ihnen dann zu folgen und ne Reihe gutzumachen. Aber das beste ist, alles nur in der Gruppe. Ich hab mich, als es mir mal zu bunt wurde, demonstrativ zwischen ein nach vorne drängelndes Pärchen geschoben, so dass die beiden wirklich nur durch mich getrennt waren. Nach zwei Minuten fing die Freundin in einer so larmoyanten, wehleidigen Art und Weise an, Sehnsuchtsgeräusche zu machen und hat alle Minute nach ihrem Geliebten gerufen, sich umgedreht und ihm sehnsuchtsvolle Blicke zugeworfen, das man dachte sie geht gleich ein an Einsamkeit. Soll man halt nicht drängeln. Es wurde dann nach den 1.5 km deutlich besser. Denn nur bis dahin trieb es die meisten Wanderer. Der Großteil lief dann zum Hotel zurück und hat sich mit der Seilbahn nach unten fahren lassen. Laufen ist nicht drin. Wir beiden sind dann also abgestiegen. Als wir gegen 16 Uhr am Fuß der Berge ankamen, mussten wir uns natürlich ne Unterkunft suchen. Die fanden wir auch sofort, und zwar in einem verlassenen Hotel. In der Lobby saß ein älterer Herr, den wir fragten, ob wir hier schlafen könnten. Hmmmm, naja, geht nicht,Hotel hat kein Strom und kein Wasser. Ach so, nicht so schlimm für uns, wir haben Rucksäcke und wollen ja nur schlafen. Hmmm, aber der Chef könnte zurückkommen. Hä? Heute noch? Auf keinen Fall heute. Grinsen. Hmmm,kostet aber was. Klar. Wieviel? 100. OK. Mehr Grinsen. Können wir die Rucksäcke gleich hierlassen? Natürlich. Er hat uns dann ins größte verfügbare Zimmer gebracht, mit Vorzimmer und eigenem Bad, Aber es gab ja kein Wasser, dafür Matratzen!! Schön nach schlafen auf Steinen. Das Hotel war echt gottverlassen, eingestaubt und wir die einzigen „Gäste“.  



Er hat uns dann noch geholfen, Karten für die heissen Quellen zu kaufen, die wir besuchen wollten. Ob wir den Badehosen dabei hätten. Man braucht spezielle; er hat sie uns gezeigt, indem er seine Hose herunterzog und auf seine Shorts deutete. So eine braucht man. Ahja, klaro, ham wer. Wir sind dann zu den heissen Quellen baden gegangen; 16 Euro Eintritt, aber jeden Cent wert, mit Abendessen. Es ist schon ne Erfahrung, mit sonnenverbrannter Haut in eine 30°C heisse Quelle zu steigen und nach 3 Sekunden festzustellen, dass man fast verglüht...und man versucht dann, ohne groß Aufsehen oder gar Geschrei aus dem Becken zu kommen...es gab klühklicherweise auch nicht so heisse. Quellen. Dort haben wir uns dann entspannt. Und zu erwähntem Abendessen gings dann in Sträflingskleidung....

Ein super schöner Tag, aber auch sehr anstrengend, ging zu Ende. Die nächsten Ziele waren dann zwei alte Dörfer in Anhui, die Weltkulturerbe sind und Hangzhou....das später..Dirk

1.11.09 07:22

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