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Hochzeiten und Fotos

Hallöle, melde mich wieder einmal, ich hoffe, Euch geht es allen gut. Ich fühle mich gerade ein wenig abgeschlafft. Anfang der Woche fragte mich mein Vorgesetzter Mr. P., ob ich nicht Lust hätte, am Wochenende zu arbeiten. Hmmm, hab ich gedacht, wirklich Lust nicht, habe dann aber zugesagt. Irgendwie gibt es wohl Unstimmigkeiten bezüglich irgenwelcher Projekte in der Abteilung, jedenfalls sagte mir P. Am Donnerstag, er hätte keinen Bock, sich für ein Projekt den Arsch aufzureissen, von dem er nichs hätte und ich könne am Samstag bleiben wo der Pfeffer wächst. Also das hat er so nicht gesagt. Also hab ich den ganzen Tag im Bett verbracht, um zu sehen, ob da vielleicht welcher wächst. Ich hab das Bett nur zu den dringendsten menschlichen Bedürfnissen verlassen. Und sonst Filme geschaut und gelesen und geschlafen. Und heute, am Sonntag, bin ich um 9 Uhr aufgestanden und bin in einem Park spazieren gegangen. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien wie verrückt, kurzum, kurze-Klamotten-Wetter. Glücklicherweise habe ich an den Fotoapparat gedacht, denn vielleicht passiert ja mal etwas. Eigentlich passiert da, wo sich viele Chinesen befinden, immer etwas. So auch heute. Abgesehen von den sowieso vielen Leuten fiel mir sofort die ungewöhnlich hohe Anzahl Heiratswilliger auf. Wie? Ganz einfach: Die Heiratswütigen rennen in einem Troß aus Kosmetikerin, Fotograf, Freunden und wasweißichwem umher. Ein normales Heirats-Fotoshooting also. Nichts normales. Außer hier. Hier sind es nämlich heute mindestens 30 Paare gewesen, die sich haben fotografieren lassen. In einem kleinen Park. Besonders glücklich sahen die meisten nicht dabei aus, eher genervt und gestresst. Andrea, die mit einem Chinesen verheiratet ist und mit mir beim TÜV zusammenarbeitet, hat mri erzählt, diese Fotos seien etwas Heiliges und müssten sein; dafür leihe man sich Kleider aus und große Autos, weder Kosten noch Mühen werden gescheut. Bei den Pärchen herrscht Weiß als DIE bevorzugte Kleiderfarbe vor. Mit weitem Abstand kommt dann Rot, auch Grün und Violett wurde schon gesichtet. Ich persönlich dachte auf den ersten Blick, ey, die sehen ja richtig gut aus. Schaut man sich jedoch beispielsweise die Anzüge der Herren genauer an, so kommt man ins grübeln: Wie oft werden die wohl gewaschen? Schließlich wird die Filmrolle mit Bildern auf dem Boden, auf der Wiese, an Bäumen usw. belichtet. Jedenfalls sahen manche Anzüge recht schäbig aus. Da gibt der Fotograf dann Anweisungen als ob ein Hollywood Superstar fotografiert wird. „Hand noch ein Stück nach oben! Lächeln! Die Frau kann aus dem Bild! Bein nach hinten! etc.. Das wirkte auf mich belustigend, gerade weil die Fotos sein müssen, um zu zeigen wie glücklich man ist, in Wirklichkeit ist das ein gesellschaftlicher Zwang, dem man folgen muss. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, das die Brautleute sich das wirklich freiwillig antun. Naja, hier ein paar Schnappschüsse:

Ansonsten, das heißt außer den manchmal sich in jeder Ecke des Parks sich befindenden Fotografen und deren Helfern und Helfershelfern, war es sehr schön, davon zeugt auch dieses Foto:

Nach so vielen neuen Erfahrungen fühle ich mich plötzlich gar nicht mehr so abgeschlafft, das war eher am Samstag, ich reiß´ jetzt noch ein paar Bäume aus, Ganz viele liebe Grüße aus China......Dirk

18.10.09 11:50

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