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Krank

Hi,

 

ich bin so seit 3 Tagen krank, also erkältet und seit 2 Tagen dann zu Hause und erhole mich ein wenig. Es gibt nicht viel Neues zu berichten. Ausser vielleicht, dass man sich entschieden hat, mir die Unterkunft zu bezahlen. Das ist natürlich sehr schön,aber der ganze Hokuspokus um: Bezahlen wir demTrainee, der eh ne arme Sau ist und den wir hier für 2,50 Euro pro Stunde schuften lassen eine Wohnung oder nicht? Ich habe ja zugesagt, auch trotz der nicht bezahlten Wohnung zu kommen, obwohl ich mich erst auf eine Anzeige beworben hatte, die von einer bezahlten Unterkunft sprach. Egal, als ich hier war, erfahre ich von Andreas, dem anderen Trainee dass er die Wohnung bezahlt bekommt. Darauf habe ich das meinem Vorgesetzten gesagt und der hat ein paarmal nachgefragt und nach endlosen 6 (!!!) Wochen gabs dazu die Entscheidung. Der TÜV ist wirklich n´ super Unternehmen. Durchorganisiert, hier weiß die linke Hand, was die rechte tut. Sieht man auch daran, dass man 2 Trainees hat, die zur gleichen Zeit arbeiten und der eine kriegt ne Wohnung bezahlt (300 Euro im Monat) und der andere soll alles selbst tragen. Nein nein, die werden nie miteinader sprechen. Und vor allen auch daran, dass Andreas in einer Wohnung wohnt, die von einem Mitarbeiter des TÜV gemietet ist. Nun ist es so, dass alle Mitarbeiter (zumindest die Deutschen) die Wohnung bezahlt bekommen. Das wiederum bedeutet, dass der TÜV die Miete für Andreas an einen Mitarbeiter überweist, dem er die Wohnung sowieso bezahlt, was faktisch einer Lohnerhöhung von 300 Euro für den Mitarbeiter gleichkommt. Das sagt so einiges aus.

Es gibt auch ein paar neue Nachrichten betreffs des vorherigen Eintrages: Am Montag nach meinem Besuch habe ich mich mit einer Kollegin bezüglich der Heiratsfotografien unterhalten. Ihre Augen fingen an zu glänzen und sie wurde richtig rosa um die Nase. Sie habe sich auch fotografieren lassen. Ahja, und wann? Gestern. Achja, und wo? (In irgendeinem Park). Wirklich, das ist ja wohl anstrengend.....jaja, sie sei völlig fertig, ....hmmm und wie lange dauert so ein shooting? Naja, von morgens um 7 bis abends um 12 haben sie sich ablichten lassen. Sie hatte 6 Kleider an und ihr Zukünftiger die jeweils farblich zu den Kleidern passenden Anzugsstücke.

Wirklich super. Die Fotos sind wirklich toll, ohne Frage, richtig schöne Fotos, aber 15 Stunden fotografieren? Ich war dann heute, weil die Sonne so schön schien, wieder mal im Park. Und wieder, überall, wie Ameisen, lauter Heiratsfotografierwütige. Und Leute, und zwar sehr viele, die versuchten, zu angeln. Ich sage versuchen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass man dort Fische fangen kann. Ich lass mich aber gerne berichtigen. Jedenfalls ist das Gewässer sehr klein, vielleicht so groß wie ein Schwimmbad mit 50 m Bahn und 10 Bahnen oder so. Dort sitzen dann gezählte 121 Leute und angeln. Nicht dass das was Neues wäre. Das machen Sie da jedes Wochenende. Entweder sind da jedes Wochende neue Leute, die auf einen Fang hoffen und nicht wissen, dass am Tag zuvorLeute mit den gleichen Hoffnungen betrogen wurden, oder die Fische sind alle verschreckt, oder was ich glaube, es gibt gar keine Fische. Viel Frischwasserzufluss ist nicht und eine Population muss sich ja auch erholen. Und die Male, als ich dort war, haben immer viele Leute geangelt. Ich habe auch nie jemanden etwas fangen sehen. Obwohl manche dort ausgerüstet sind als ob sie zum Hochwasserfischen gehen. Mit Angelruten die doppelt so lang wie sie selber sind.
Ich werd mich jetzt noch ein wenig ausruhen und Tee trinken, viele Grüße, Dirk

24.10.09 15:16, kommentieren

Hochzeiten und Fotos

Hallöle, melde mich wieder einmal, ich hoffe, Euch geht es allen gut. Ich fühle mich gerade ein wenig abgeschlafft. Anfang der Woche fragte mich mein Vorgesetzter Mr. P., ob ich nicht Lust hätte, am Wochenende zu arbeiten. Hmmm, hab ich gedacht, wirklich Lust nicht, habe dann aber zugesagt. Irgendwie gibt es wohl Unstimmigkeiten bezüglich irgenwelcher Projekte in der Abteilung, jedenfalls sagte mir P. Am Donnerstag, er hätte keinen Bock, sich für ein Projekt den Arsch aufzureissen, von dem er nichs hätte und ich könne am Samstag bleiben wo der Pfeffer wächst. Also das hat er so nicht gesagt. Also hab ich den ganzen Tag im Bett verbracht, um zu sehen, ob da vielleicht welcher wächst. Ich hab das Bett nur zu den dringendsten menschlichen Bedürfnissen verlassen. Und sonst Filme geschaut und gelesen und geschlafen. Und heute, am Sonntag, bin ich um 9 Uhr aufgestanden und bin in einem Park spazieren gegangen. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien wie verrückt, kurzum, kurze-Klamotten-Wetter. Glücklicherweise habe ich an den Fotoapparat gedacht, denn vielleicht passiert ja mal etwas. Eigentlich passiert da, wo sich viele Chinesen befinden, immer etwas. So auch heute. Abgesehen von den sowieso vielen Leuten fiel mir sofort die ungewöhnlich hohe Anzahl Heiratswilliger auf. Wie? Ganz einfach: Die Heiratswütigen rennen in einem Troß aus Kosmetikerin, Fotograf, Freunden und wasweißichwem umher. Ein normales Heirats-Fotoshooting also. Nichts normales. Außer hier. Hier sind es nämlich heute mindestens 30 Paare gewesen, die sich haben fotografieren lassen. In einem kleinen Park. Besonders glücklich sahen die meisten nicht dabei aus, eher genervt und gestresst. Andrea, die mit einem Chinesen verheiratet ist und mit mir beim TÜV zusammenarbeitet, hat mri erzählt, diese Fotos seien etwas Heiliges und müssten sein; dafür leihe man sich Kleider aus und große Autos, weder Kosten noch Mühen werden gescheut. Bei den Pärchen herrscht Weiß als DIE bevorzugte Kleiderfarbe vor. Mit weitem Abstand kommt dann Rot, auch Grün und Violett wurde schon gesichtet. Ich persönlich dachte auf den ersten Blick, ey, die sehen ja richtig gut aus. Schaut man sich jedoch beispielsweise die Anzüge der Herren genauer an, so kommt man ins grübeln: Wie oft werden die wohl gewaschen? Schließlich wird die Filmrolle mit Bildern auf dem Boden, auf der Wiese, an Bäumen usw. belichtet. Jedenfalls sahen manche Anzüge recht schäbig aus. Da gibt der Fotograf dann Anweisungen als ob ein Hollywood Superstar fotografiert wird. „Hand noch ein Stück nach oben! Lächeln! Die Frau kann aus dem Bild! Bein nach hinten! etc.. Das wirkte auf mich belustigend, gerade weil die Fotos sein müssen, um zu zeigen wie glücklich man ist, in Wirklichkeit ist das ein gesellschaftlicher Zwang, dem man folgen muss. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, das die Brautleute sich das wirklich freiwillig antun. Naja, hier ein paar Schnappschüsse:

Ansonsten, das heißt außer den manchmal sich in jeder Ecke des Parks sich befindenden Fotografen und deren Helfern und Helfershelfern, war es sehr schön, davon zeugt auch dieses Foto:

Nach so vielen neuen Erfahrungen fühle ich mich plötzlich gar nicht mehr so abgeschlafft, das war eher am Samstag, ich reiß´ jetzt noch ein paar Bäume aus, Ganz viele liebe Grüße aus China......Dirk

18.10.09 11:50, kommentieren

Holidays

Hi everybody, im Moment ist alles gerade sehr lustig hier. Meine Mitbewohner räumen die Wohnung auf und haben dabei mehrere Mäuse gefangen, die sie jetzt in einem Käfig gefangen halten und wahrscheinlich noch nicht wissen,was sie mit ihnen machen sollen. Aber das will ich ja gar nicht loswerden, sondern eher über die letzten acht Tage berichten. Ich war mit Andreas im Südwesten Shanghais in der Provinz Anhui unterwegs. Dort haben wir einen der wirklich schönsten Berge Chinas bestiegen und haben danach zwei kleinere Dörfer besucht, die für ihre besondere Architektur berühmt sind und in denen es Wohnhäuser gibt, die teils bis auf die Ming Zeit (ca. 1368-1644) zurückdatiert werden können. Danach waren wir in einer der wie ich finde schönsten Städte Chinas, Hangzhou. Es war ein super intensiver und interessanter Trip. Wir sind am zweiten Oktober also am frühen Morgen um kurz nach sechs Uhr gestartet. Uns ereilte das Glück, zusammen im selben Bus reisen zu können. Die Busfahrt war ziemlich chaotisch, da wir erst zwei Stunden brauchten, um aus Shanghai herauszukommen und dann von der Polizei von der Autobahn herunter umgeleitet wurden. Unsere zwei Busfahrerspezis waren alles andere als beschlagen in der Kunst, sich im ländlichen Raum zurecht zu finden. Überhaupt waren sie in nix beschlagen. So haben sie mehrere Male Schilder nicht gesehen und waren zum Umdrehen gezwungen, was bei den Fahrgästen zum Umdrehen der Augen geführt hat. Wir sind dann nach neun statt der gedachten sechs Stunden in Tunxi (屯溪) angekommen, hatten allerdings noch Zeit, uns nach Tangkou (塘口) aufzumachen. Das ist der bestgelegene Ort, um den Aufstieg zu beginnen. Nach einer, wie sich später herausstellen sollte, billigen und luxuriösen Übernachtung sind wir voller Enthusiasmus am Freitag Morgen um sechs Uhr losmarschiert. Ein Bus brachte uns bis an den Punkt,an dem der Auftsieg beginnt. (Jetzt haben sie die Mäuse in eine Plastikflasche gesperrt. Meine Mitbewohner, lustig.) Nach lächerlichen 3,5 Stunden schon hatten wir den Gipfel erreicht und fragten uns, was anstellen mit dem ganzen Tag? Ich habe dann vorgezogen, mir einen Sonnenbrand zu holen und auszuruhen. Es war nämlich unglaublich schönes und klares Wetter. Wir haben uns dann tatsächlich nur ausgeruht, ein paar wenige Auusichtspunkte besucht und einen Sonnenuntergang fotografiert. Zuviel wollten wir ja auch nicht machen, wir brauchten schließlich noch „Futter“ für den nächsten Tag. Auf dem Berg war natürlich die Hölle los. Es waren ja Feiertage. Die Hotelzimmer waren nicht bezahlbar, da ging es ab einhundert Euro los, selbst der Stellplatz mit Zelt kostete zwanzig Euro! Da haben wir also überlegt, wo wir denn übernachten wollen. Zu diesem Zeitpunkt saßen wir vor dem Aufstieg zu einem Gipfel, der gesperrt war, aus welchen Gründen auch immer. Jedenfalls wollten wir den Halsabschneidern kein Geld in den Schlund werfen und haben uns kurzerhand entschlossen, die aufgestellten Gitter am Abend zu bezwingen und auf diesem Gipfel in unserem mitgebrachten Zelt und den Schlafsäcken zu übernachten So hätten wir unsere Ruhe und der 狮子峰, der Löwengipfel, ist dazu noch der beste Punkt, um den Sonnenaufgang in einer Digitalkopie festzuhalten. Gesagt, getan. Wir haben uns noch einen wunderschönen Sonnenuntergang angeschaut..........

mit dem Kampf um jeden Platz.....

bis wir in der Dunkelheit auf den Löwengipfel kletterten und feststellen mussten, dass es keinen wirklich geeigneten Platz für ein Zelt gibt und wir in den Schlafsäcken übernachten müssen. Den Plan, den Aufgang der Sonne direkt im Liegen zu fotografieren und so auf dem Aussichtspunkt direkt, der ca 4 qm groß ist, zu übernachten, gaben wir nach zwei kalten und unbequemen Stunden wieder auf...........

und haben uns zu einem Platz begeben, der von Bäumen umsäumt allerdings nicht minder unbequem war. Warm wars natürlich auch nicht und die Erfahrung auf Steinen zu schlafen und der Körper sich anpassen muss, war sicher auch ganz nett.........

dafür gab es einen grandiosen Sonnenaufgang zu sehen, der uns für alles entschädigte.....

Es war wirklich großartig. Klare wenn auch kalte Luft, unter dem Himmel zu übernachten ist immer wieder ein unvergessliches Erlebnis und der Morgen mit seinem ruhigen Beginn, die Wolken zwischen den Bergspitzen und die gefühlte Freiheit.......ach ja, der Berg heisst übrigens Huangshan (黄山) und ist hier auf Google mit schönen Fotos einzusehen: http://maps.google.de/maps/ms?msa=0&msid=106734976967232153447.0004756880a0990d2b5ab&hl=de&ie=UTF8&ll=30.026002,118.011446&spn=0.035224,0.055017&t=h&z=14&lci=com.panoramio.all

 

morgen mehr...Dirk

8.10.09 12:16, kommentieren

asfhaifjaifjaoisdfj

 

 

Hi,

 

China ist heute sechzig Jahre alt geworden, und das wurde kräftig gefeiert. Ich bin heute morgen zu Andreas, einem anderen Praktikanten gegangen und habe mir mit ihm zusammen die Parade zum Geburtstag, die aus Peking übertragen wurde, angeschaut. Das war sehr beeindruckend, vor allem die Militärparade, die natürlich noch vor der Parade der wirtschaftlichen Errungenschaften und dann gefolgt von den gesellschaftlichen Errungenschaften gezeigt wurde. Da konnte man sehr schön sehen, welchen Stellenwert China sich in den nächsten Jahren in der Weltpolitik zubilligt. Viel gesprochen wurde da nicht, eher gezeigt wie wunderbar fortschrittlich China ist. Am Abend waren wir dann bei einem Feuerwerk anwesend. Genießen konnten wir das allerdings nicht, denn die Strasse, auf der die Zuschauer befanden, nicht abgesperrt wurde und sich so hupende Autos, hupende Motorroller, schreiende Polizisten und sich ankeifende Geleitstengeler gegenseitig im Lautstärkepegel überboten. Dem feuerwerk fehlte auch jegliches Thema, es bestand einfach aus einer Abfolge von in die Luft geschossenen Raketen. Ein Luftschuss sozusagen. Genauso wie der freundliche Nachbar, der mich heute morgen um 8.06 Uhr aus dem Schlaf riss, indem er vor meinem Balkon Kracher allererster Chinagüte losließ. Ich dachte erst das Gebäude stürzt ein, weil es so vibrierte. Nach schlimmsten Flüchen meinerseits hat der Spaß dann glücklicherweise nach ner Viertelstunde aufgehört. Da ja nun Zwangsurlaub angesagt ist, fahre auch ich die nächsten paar tage in Urlaub zum huangshan und klettere ein wenig, melde mich dann wieder, bis dahin,  Dirk

1.10.09 17:38, kommentieren

60 Jahre Zhongguo

Hallöle, in ein paar Tagen ist es soweit: die Volksrepublik wird 60 Jahre alt. Hier in Shanghai merke ich seit Montag, dass irgend etwas Großes bevorsteht. Auf vielen Strassen hängen chinesische Nationalflaggen und auf der Strasse, die zum Büro führt, sind auf einer Seite an einer Wandreihe viele schöne rote Plakate angebracht. Das sieht dann in etwa so aus:

Und dieses Plakat ist das offizielle Feiertagsplakat:

 

Wie es also ausschaut, wird es hier eine kräftige Feier geben, genug Devisen dafür hat die VR ja nun. In der FAZ gibt es einen Artikel über 60 Jahre VR dazu: (http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E7A35B6CD990B48A48CF1E2524006EB98~ATpl~Ecommon~Scontent.html). Passend zu der Feier gibt es im TV natürlich auch verklärende Filmchen, wie zum Beispiel 建国大业(http://v.youku.com/v_show/id_XMTAyMzM4MDky.html). Das heisst soviel wie: Das Unternehmen Landesaufbau. Dort wird die Geschichte der kommunistischen Partei erzählt und was für ein Wunder sie vollbracht hat, China wieder aufzubauen und wie glücklich doch alle damit waren. In Sachen Propaganda könnte sich die SPD ne Scheibe abschneiden, dann wären sie nicht bei 23% gelandet. Ich für meinen Teil werde gar nicht in Shanghai sein,ich werde weiter in den Südwesten fahren, dort gibt es den Huangshan, einen Berg, den ich besteigen will. Den hat die kommunistische Partei zum Glück nicht auch noch gebaut, sonst würde ich ohne Parteiausweis schlecht aussehen. Davon abgesehen werden höchstwahrscheinlich mehrere Millionen Chinesen sich auch dort aufhalten, denn die Regierung hat 8 Tage Zwangsurlaub verabreicht. Einfach so. Zack. Jeder hat frei. Da die meisten Chinesen ja das Land nicht verlassen können oder dürfen, fahren sie halt innerhalb des Landes in Urlaub. Schlauerweise habe ich mir dann also schon vor einer Woche mein Busticket gesichert. 6 Stunden Fahrt und ich bin da. Ich freu mich schon drauf, dann komm ich mal raus aus Shanghai. Und bringe natürlich das ein oder andere Foto mit. Der Mitbewohner, der die kleinen Hunde besitzt, muss arbeiten und seine Freundin fährt mit einer anderen Freundin xiuxi machen, ausruhen also. Ich habe selbigen Mitbewohner mal gefragt, ob er denn die Hunde Gassi führte oder sie irgendwie rauskämen und was er mit ihnen vorhätte. Nein, sie kommen nicht raus und er will sie verkaufen. 1000 Yuan bekommt er für einen, ca. 100 Euro. Kein schlechter Schnitt, bedenkt man, dass ein studierter Chinese, der bei einer ausländischen Firma arbeitet, daher weiß ich das, im Monat so 500 Euro verdient. Morgen ist dann also mein vorerst letzter Arbeitstag,ich werde frühmorgens beschwingt losgehen und wieder einmal darauf warten, dass ein jeder Chinese, der sich dann im Firmenbus befindet, wie von einer Tarantel gestochen aufspringt sobald der Bus hält, auch die in den allerletzten Reihen, auch wenn absehbar ist, dass es nicht vorwärts geht, auch wenn gedrängelt und geschubst wird, nur um ja ...ich weiß nicht, zu stehen? Ich freu mich auf Urlaub!!!!!!!

29.9.09 15:01, kommentieren

kein Titel

Ah…frisch geduscht sieht die Welt doch ganz anders aus. Habe gerade mit meinen Mitbewohnern zu Abend gegessen, es gab Fisch mit allerlei Gemüse, einer scharfen Knoblauch Sauce und Reis. War sehr lecker. Man lud mich ein, das Wohlschmeckendste von dem Fisch zu essen, das Hirn,habe ich dann mit Hinweis auf meinen schwachen Magen allerdings abgelehnt. Dazu ein leckeres Bier aus Qingdao und eine nette Unterhaltung. Im Moment versucht der Vater der zwei Kleinen, sie unter großem Gelächter gerade zu waschen. Denen habe ich vor kurzem meine mitgebrachten Haribo, die ich bis vor kurzem in der Tiefkühtruhe aufbewahrte, angeboten. Es hat ihnen sehr gut geschmeckt, sie sind immer wieder gekommen und haben sich einen Nachschlag geholt. Den anderen Mitbewohnern habe ich auch ein paar angeboten, allerdings war das Echo verhaltend. Ich glaube, es war ihnen zu süß. Gestern war ich mal im hiesigen IKEA, das war erstaunlich, der ist genauso aufgebaut wie man es kennt, exakt dasselbe, nur dass es auf den heiligen Hotdog nach dem Einkauf keine Zwiebeln und Gurken gibt, sondern einfach nur Senf und Ketchup. Dort habe ich dann endlich eine Toilettengarnitur erstanden, die ich dann sogleich hier angebracht habe. Ein bisschen Luxus muss ja sein. Außerdem gabs noch einen Bilderrahmen und einen Überzug fürs Sofa, ein buntes Blumemotiv, jetzt kann man endlich auch das Sofa benutzen. Als ich dann abends nach Hause kam, wollte ich mir noch kurz in der Küche die Hände waschen. Plötzlich höre ich ein lautes „Quackquack“, ich hab mich total erschrocken, sitzt doch da eine Ente auf dem Fußboden und schaut mich an. Ich war perplex, die hatte mir einen riesigen Schrecken eingejagt. Sie hatte sich der bräunlichen Betonfußbodenfarbe angepasst und so hatte ich sie nicht gesehen. Ich hab meinen Mitbewohner dann gefragt, ob er die Ente essen wolle, aber nein, die sei für gute Geschätskunden. Ahja, und nachdem sie dann den ganzen Samstag im Klo verbracht hat, war sie heute nicht mehr da. Ich habe nachgefragt, ob sie denn ein Kunde bekommen hätte, aber das Geschäft, er kauft und verkauft Gemüse, läuft wohl nicht so, denn er hat sie geschlachtet und die Teile in die Gefriertruhe gelegt. Wie er das genau gemacht hat, weiß ich nicht, ich hab dann nicht mehr gefragt. Es war jedenfalls nirgends Blut zu sehen. Vielleicht ist sie ja auch einfach von dem Gestank gestorben, den die vier kleinen Hunde, die der Mitbewohner hier auf dem zweiten kleinen Balkon hält, verbreiten. Sie können ja nichts dafür, das ist echte Tierquälerei. Die Armen haben keinen Auslauf und sind jeden Tag dort eingesperrt. Da sie ja nicht rauskommen, fäkalieren sie auf den Balkon, was einen unglaublichen Gestank macht; wenn das Fenster über dem Balkon geöffnet ist, weht ein Geruch in mein Zimmer der kaum auszuhalten ist. Die Mutter der vier ist vor kurzem entlaufen, was ich voll verstehen kann, jede andere Aussicht als auf einem 2 qm Balkon vor sich hin zu vegetieren ist verlockender. Jedenfalls ist die Ente nicht mehr da. Ich war dann abends noch in der French Concesssion, das ist ein Stadtteil hier in Shanghai, der in der Kolonialzeit ab Mitte des 19.Jhs von den Franzosen besetzt worden war. Dort ist es sehr angenehm, kleine Häuser, also keines größer als 4 Stockwerke, Platanenalleen, Parks. Nicht diese ewig großen Wolkenkratzer und Hochhäuser, von denen es in Shanghai wimmelt. Weitere News später...Dirk

2 Kommentare 27.9.09 17:20, kommentieren

Trengeln


 Hi, am frühesten Morgen fahre ich mit einem von der Firma bereitgestellten Bus zur nicht allzu weit entfernten, Firma. Bevor ich jedoch fahre, gilt es, einen allmorgendlich stattfindenden Kampf auszutragen. Der Kampf um die Plätze im Bus. Oder, besser noch, der Kampf, in den Bus zu kommen. Chinesen scheinen zum größten Teil das Gefühl zu haben irgendetwas findet im Bus statt und sie dürften das auf keinen Fall verpassen. Ich habe dabei einen Vergleich mit Wölfen gezogen. Bevor ein Bus eintrifft, steht man herum, beäugt sich untereinander, ein paar Exemplare tauschen Floskeln aus und alles scheint friedlich. Der Bus befindet sich auf der anderen Seite der Strasse. Es tauchen, aus der U-Bahn kommend, immer mehr Wölfe auf, die mit dem Bus fahren wollen. Der Bus auf der anderen Seite fährt an, schafft es aber noch nicht ganz, bei Grün mit einer geschickten 180 Grad Wendung auf die entgegengesetzte Fahrbahnrichtung zu wechseln. Die ersten beäugen den Bus und die Umstehenden, werden nervös und sichern sich die ihrer Meinung nach besten Plätze. Diesmal schafft es der Bus, kommt langsam angefahren und die Drängelei geht los. Man meinte, sobald die Tür aufgeht, ginge es darum, an das imaginäre leckere, abgehangene, leicht verrottete Stück Fleisch im Inneren des Buses zu kommen. Freunde gibt es nicht, die Menge vor dem Bus verjüngt sich bis auf die Breite der sehr kleinen Tür. Ich habe mal gezählt, es passen so an die dreißig Wölfe in einen Bus. Und mehr als 40 Wälfe sind selten da. Ausserdem fahren die Busse alle 3 Minuten. Auch wenn zwei hintereinander kommen, geht die Hatz los. Besonders spektakulär ist es, wenn ungefähr 10 Wölfe warten, auch dann wird nach dem Fleisch gelechzt, als ob die Welt unterginge. Und wer dann,im Gedränge, einen Fuß in die Tür bekommt, hat Vortritt. Es wird auf der ganzen Welt gedrängelt, das ist mir klar. Aber mit welcher Selbstverständlichkeit hier nach einem Platz gezielt wird, erstaunt mich immer wieder. Was mich ebenso erstaunt, ist die Wendigkeit, mit der sich vorgedrängelt wird. Ich stand mal zum Ausstieg bereit im Bus an der Tür, vor mir 2 Frauen, leicht schräg hinter mir ein Herr, der keine Anstalten machte, aufzustehen. Ich dachte mir, ha, ich komme vor ihm aus dem Bus. Pustekuchen, so schnell, wie er aufgestanden war, sich durch die 20 Zentimeter, die sich ihm zwischen mir und dem Sitz boten, durchgeschlüpft war, konnte ich gar nicht mal Pustekuchen sagen. Verblüffend. Weiterhin ist verblüffend, wie bequem Chinesen sind. Das beste Beispiel sind die Fahrtreppen in der U-bahn. Die Masse ergießt sich auf den Bahnsteig, und 98 Prozent nehmen die Elektrotreppe. Auch wenn nebenan eine normale Treppe hochführt, die nur zehnstufig ist. So kommt es, das sich eine riesige Menschentraube bildet. Man muss sich das mal vorstellen: Die Leute drängen sich eiligst mit gehetzten Gesichtern aus den Abteilen, um dann seelenruhig in einer Traube Menschen zu warten, um die bequemere Elektrotreppe zu benutzen. Verrückt. Mein Frühmorgensbus hält dann einmal am Eingang zum Industriepark und einmal direkt am Gebäude. Die Entfernung dabei ist etwa 50 Meter. Ich steige meist aus, da ich mit Laufen den Fahrstuhl im Gebäude eher erreiche, als die Leute, die im Bus sitzen bleiben, der noch eine elgante Kurve nehmen muss. Trotzdem bleibt ein Großteil bis zum Gebäude sitzen. Dort hängt nämlich kein Fleisch mehr. Grüßle Dirk

24.9.09 17:45, kommentieren